• Angi

Low FODMAP im All Inclusive Urlaub

Ich habe noch nie was gewonnen. Darum konnte ich es erst kaum glauben, als ETI Schweiz mich angerufen hat, um mir mitzuteilen, dass ich als Gewinner gezogen wurde. Ein paar Tage zuvor nahm ich bei ihnen auf Instagram an einem Gewinnspiel teil: 1 Woche All Inclusive Ferien im neuen 5* Red Sea Hotel The Grand Palace in Hurghada für 2 Personen in einer Juniorsuite.


Diese Chance haben Pam und ich genutzt, um im März 2020 dem Schweizer Winter ein paar Tage zu entfliehen. Zudem konnte ich so gleich mal testen, wie sich ein All Inclusive Urlaub mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten vereinbaren lässt.

In diesem Blogpost erzähle ich, was ich für Erfahrungen gemacht habe in Ägypten und ob ich persönlich nochmals einen All Inclusive Urlaub buchen bzw. jemandem mit Intoleranzen einen empfehlen würde.

// Wie gesagt, habe ich den Hotelaufenthalt bei einem Gewinnspiel von ETI Schweiz gewonnen. Pam und ich mussten somit nur den Flug bezahlen. Dieser Blogpost wurde weder beauftrag noch gesponsert.



Eine Woche Sonne, Strand und Meer – eine gelungene Winterpause, wenn du mich fragst.

Zudem All Inclusive. Was für ein Abenteuer! Für Pam und ich mich zumindest. Wir sind uns eher eine andere Art von Reisen gewöhnt. Für uns war das also ein total neues Erlebnis. Daher haben wir uns zu Beginn im Hotel auch alle 2 Minuten vergewissert, ob wir wirklich alles inklusive ist und ob wir wirklich so viel Essen und Trinken können, wie wir wollen.

“Ja”, war die Antwort vom Hotelpersonal – “Anfänger”, haben sie wahrscheinlich gedacht.


Bereits nach ein paar Tagen waren wir aber absolute All-Inclusive-Pros und wussten genau, wo es den “guten” Wein und das beste Essen gibt. Viel mehr gibt es in so einem Pauschalurlaub ja auch nicht zu tun, als zu Schlafen, zu Baden, zu Lesen und jede Bar sowie jedes Restaurant der Anlage auszuprobieren.



Apropos Essen


Das ist bei mir ja so ein Thema…. Ich habe einige Nahrungsmittelunverträglichkeiten (u.a. Fructose, Laktose, Weizen, Zwiebeln und Knoblauch). Die machen mir das Reisen eh schon nicht immer ganz leicht. Noch schwieriger wird es, wenn du nicht selber kochen kannst und dir das Essen “vorgesetzt” wird. In Ägypten kommt natürlich noch der Faktor Ägyptisches Essen hinzu, welches selbst bei vielen Menschen mit einem gesunden Verdauungssystem oft Beschwerden auslöst.

Ausserdem ist da die Sprachbarriere. Zwar hat das Personal sehr gutes Deutsch bzw. Englisch gesprochen, viel verstanden, abgesehen von den üblichen Floskeln, haben sie aber nicht.


Trotzdem kam es für mich nicht in Frage, dieses Reise nicht anzutreten.

Und zwar nicht nur, weil ich sie gewonnen habe. Nein! Ich liebe Herausforderungen und probiere gerne Neues aus. Zudem war ich schon oft genug mit meinen Unverträglichkeiten irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs, so dass ich mittlerweile weiss, wie es geht.

Darüber habe ich schon mal ein einem separaten Blogpost geschrieben: 3 Tipps für eine verträgliche Reise


Wie immer, habe ich mich möglichst gut vorbereitet:


  • Ich habe das Hotel im Voraus angeschrieben. Mehrfach. Nach langem hin und her und vielen Erklärungsversuchen meinerseits, habe ich die Info bekommen, dass es für mich vor Ort glutenfreies Brot und vegetarische Speisen ohne Zwiebeln und Knoblauch geben wird. Perfekt! Selbstverständlich bin ich aber nicht ganz so naiv und habe trotzdem genügend glutenfreies Brot und Snacks eingepackt. Zum Glück.


  • Für den Flug bei Edelweiss Air habe ich ein "GFML" bestellt – das glutenfreie Menü. Wie man auf den Bildern sieht, war es leider mit Fleisch bzw. Zwiebeln und Knoblauch. Das konnte ich nicht auch noch auswählen. Aber immerhin konnte ich Teile davon essen, also besser als nichts. Und ich bekam ein glutenfreies Brötchen.


Tipp am Rande: Das "Bland Meal" ist grundsätzlich die beste Wahl für eine low FODMAP Diät. Es ist extra für Leute mit Verdauungsproblemen. Meistens ist das Essen nur leicht gewürzt, ohne Zwiebeln und Knoblauch und auch ohne Weizen. Jedoch gibt es dieses nicht bei allen Airlines bzw. nicht auf allen Flügen.



  • Zudem habe ich mir sowohl für die Reise als auch für vor Ort genügend Essen eingepackt. Wir mussten schon sehr früh morgens los, also habe ich mir für das Frühstück unterwegs ein Sandwich vorbereitet. Eine Packung Nüsse habe ich eh so gut wie immer dabei. Und für die Woche in Ägypten habe ich ausserdem noch ein Brot und Knäckebrot mitgenommen.


.Vor Ort habe ich dann aber nochmals nach dem glutenfreien Brot gefragt. Sie wussten natürlich nichts davon. Es war, als hätte ich nie geschrieben. Wahrscheinlich sind meine Emails immer sofort im Papierkorb gelandet... War ja irgendwie zu erwarten. Darum habe ich für diese Situation vorgesorgt und Brot mitgenommen. Dennoch wollte ich nicht gleich aufgeben. Schliesslich will ich hier ja auch eine möglichst realistische Bewertung abgeben können, wie das so ist im All Inclusive Urlaub mit Nahrungsmittelintoleranzen.



Es gab sogar glutenfreies Brot


Nachdem mir mehrmals “oh sorry, not today” oder “oh sorry, finish” gesagt wurde, bekam ich eines Tag tatsächlich “glutenfreies” Brot. Ich setze das "glutenfrei" in Anführungs- und Schlusszeichen, weil ich nicht mit 100%-iger Sicherheit sagen kann, ob das Brot wirklich glutenfrei war oder nicht.


Das Personal hat es mir jedenfalls direkt aus der Küche gebracht. Es war also nicht das übliche Brot von der Auslage. Von Aussehen her hätte man jedoch kaum einen Unterschied gemerkt. Ebenso wenig von der Konsistenz her.

Da ich keine Zöliakie habe und von zu viel Weizen einfach Bauchschmerzen bekomme, habe ich es riskiert und das Brot probiert. Geschmacklich war es ganz gut und sehr luftig, muss ich sagen – nicht, wie glutenfreies Brot sonst oft schmeckt und definitiv nicht, wie ich glutenfreies Brot in Ägypten erwartet hätte. Und Symptome habe ich davon auch keine bekommen. Wer weiss, vielleicht waren das also wahre glutenfreie Meisterbäcker. Vielleicht habe ich es aber auch einfach so gut vertragen, weil ich davor schon länger kein Gluten mehr gegessen habe…


So oder so, würde ich immer empfehlen genügend Brot von Zuhause mitzubringen. Dafür eignet sich besonders eines, das man nicht aufbacken oder toasten muss – wie z.B. das Bäckerbrot von Schär.


1. Bild: Glutenfreies Schär Bäckerbrot | 2. Bild: Ägyptische glutenfreie Brötchen



Salat & andere Leckereien


Ansonsten, habe ich mich grösstenteils von Salat ernährt – auch wenn das sonst in Ländern wie Ägypten nicht unbedingt empfohlen wird, da der Salat oft mit einfachem Leitungswasser gewaschen wird und sich dadurch Bakterien übertragen können.

Das Risiko bin ich eingegangen. Ich hatte auch keine grosse Wahl, da das gekochte Essen meist schon gemischt war mit Sauce – wahrscheinlich mit Zwiebeln und Knoblauch. Den Salat konnte man sich am Buffet selber zusammenstellen aus frischen Zutaten. Ausserdem hatten sie Öl und frische Zitronenschnitze als Dressing. Dazu gab's meistens: Pommes oder Reis. Sowie Orangen und Galia Melonen.


Würde ich Fleisch oder Fisch essen, wäre die Auswahl um einiges grösser gewesen. Am Buffet gab es nämlich meistens frisch grillierten Fisch oder gebratenes Fleisch. Es gab noch ein paar andere Restaurants in der Anlage, bei denen man à la Carte bestellen konnte – auch alles inklusive. Jedoch waren es ungefähr die gleichen Speisen. Ich muss also zugeben, wirklich abwechslungsreich war es nicht. Aber ich habe es recht gut vertragen. Das war mir in dem Fall wichtiger.


Ab und zu konnte ich trotzdem nicht widerstehen. Ein paar Mal habe ich mir eine Pizza gegönnt, eine ganz “normale”. Die gab's im Restaurant am Strand und war eine leckere Abwechslung zu Salat. Aber auch die habe ich recht gut vertragen.


Als Teil meiner Vorbereitung, habe ich aber nämlich auch für diese Situation vorgesorgt und genügend Verdauungshelfer mitgenommen, dank denen ich mir auch mal eine Ausnahme leisten kann.

Ohne diese Tabletten gehe ich eigentlich nirgends hin: [*]




Damit ging es eigentlich ganz gut. Ich war nicht mehr aufgebläht als Zuhause – was wahrscheinlich auch daran lag, dass ich allgemein ziemlich entspannt war. In dem Fall war das wahrscheinlich ein Pluspunkt. Ich musste mich null um's Essen sorgen und wusste spätestens nach dem zweiten Tag genau, was es am Buffet gibt.


Aber ob sich ein All Inclusive Urlaub mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten lohnt, ist trotzdem fragwürdig. Je nach Intoleranzen wirst du wahrscheinlich nicht viel vom Buffet haben – vor allem wenn du dich 100% glutenfrei oder vegan ernährst. Dafür gab es, zumindest in Ägypten, kaum Speisen im Angebot.


Wenn du dich trotzdem dazu entscheidest: setze deine Priorität auf die Entspannung und stell dich darauf ein, dass es geschmacklich wahrscheinlich kein Höhenflug wird. Und nimm auf jeden Fall genügend Esswaren und Snacks von Zuhause mit. Zum Glück braucht man in so einem Urlaub ja sonst nicht viel und hat genügend Platz im Koffer.



Fazit


Ich habe die Woche genossen. Ein bisschen entspannen, lesen und schwimmen. Dazu ein paar Cocktails schlürfen. Genau so habe ich mir das vorgestellt. Und mir ging es wie gesagt bauchtechnisch auch überraschend gut. Aber 7 Tage haben gereicht.


So schnell werde ich wohl auch keine solchen All Inclusive Ferien mehr planen. Ich bin allgemein kein Fan von Massentourismus und reise lieber individuell. Wenn ich irgendwohin gehe, möchte ich Land und Leute kennenlernen. Und das lokale Essen entdecken – bzw. herausfinden, was ich trotz meinen Nahrungsmittelunverträglichkeiten davon probieren kann.


Aber "sag niemals nie". Manchmal ist so ein All Inclusive Urlaub vielleicht genau das, was man braucht: einfach Kopf abschalten, an nichts denken und sich um nichts kümmern müssen.



Falls du demnächst auch eine Reise planst – egal ob All Inclusive oder individuell – und Fragen hast, schreib mir gerne. Ich war einige Jahre in der Reisebranche tätig und kann sicherlich den einen oder anderen Tipp geben – gerade auch in Bezug auf das Reisen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten.


Ich freue mich von dir zu hören.


♡ Angi



[*] Die mit Sternchen gekennzeichneten Produkte wurden mir teilweise kostenlos zur Verfügung gestellt. Das ändert nichts an meiner eigenen Meinung dazu. Bitte beachte jedoch, dass es sich hierbei um eine persönliche Empfehlung handelt. Jeder ist anders und ich kann nur für mich sprechen.

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