• Angi

Glutenfrei im Camper

Einmal Camper, immer Camper! Mit meinen Eltern und zwei Brüdern, war ich schon früher wochenlang mit dem Wohnmobil unterwegs. Wir haben fast ganz Europa bereist – von Portugal über Spanien, Kroatien und Ungarn bis nach Deutschland, Holland, Dänemark, Schweden sowie durch ganz Norwegen bis hoch ans Nordkapp.

Als ich dann 2017 zusammen mit Pam erneut auf eine längere Reise aufgebrochen bin, konnte ich auch ihn vom Leben auf 4 Rädern überzeugen. Wir haben uns damals in Australien einen kleinen Van gekauft und sind damit die West-, Ost- und Südküste entlang gefahren. Der Van war klein aber fein. Er hatte zwar ein festes Bett, aber keine Fenster und keine Lüftung (stell dir das mal bei 40°C vor), keine Küche, keine Toilette und keine Sitzgelegenheit. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – wussten wir, das "Vanlife" gefällt uns. Denn selbst unter diesen – nicht immer sehr angenehmen – Bedingungen hatten wir eine tolle Zeit und waren total angefixt.


Nach den 6 Monaten im Van in Australien wussten wir genau, wie ein glückliches Leben im Van aussehen kann und was bzw. welchen Van wir dafür brauchen. Das hat uns auch nach unserer Rückkehr nach Europa nie wieder los gelassen. 2020, nach etwa eineinhalb Jahren in der Schweiz, wollten wir nicht mehr länger warten. Also haben wir unseren langersehnten Traum erfüllt und uns unseren Wunsch-Van gekauft.


So sehen glückliche Camper aus. Dieses Foto ist vom Tag, an dem wir unseren Van abholen konnten. Jetzt, nach 9 Monaten und über 7'000 km auf dem Buckel, sind wir immer noch mindestens genauso happy mit unserem "Nobody". Wir haben schon viel Schönes gesehen, Tolles erlebt und freuen uns auf alles, was noch kommt.


Deswegen: Reisen im Van


Mal ganz abgesehen vom unglaublichen Freiheitsgefühl, das mich jedes Mal umgibt, sobald ich in den Van steige, gibt es noch weitere Vorteile, wenn man mit dem Van reist– vor allem, mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten im Gepäck:


A Rolling Home – mit dem Van hat man sein Zuhause immer dabei.

Klar, ist alles ein bisschen enger im Van und man hat weniger Platz als in einer Wohnung oder einem Haus . Ansonsten fehlt es einem aber an nichts: der Van (zumindest in unserer Ausstattung) bietet alles, was man von Zuhause kennt und schätzt. Egal wo man ist. Man hat also quasi eine fahrende Wohnung sozusagen.


Ist das nicht einfach genial?


Was ich vor allem schätze: ich bin total flexibel, kann hinfahren wo ich will und habe trotzdem überall ein Dach über dem Kopf. Wenn's regnet, mache ich es mir drinnen gemütlich – und kann sogar die Heizung anmachen, wenn ich friere. Ich schlafe jede Nacht in meinem eigenen Bett, egal wo ich bin. Die Küche ist immer griffbereit. Wenn wir unterwegs sind und hunger haben, halten wir einfach kurz an und machen uns etwas zu Essen. Und last but not least: auch die Toilette immer am Start, was in einigen Fällen nicht minder wichtig ist.


All diese Punkte helfen mir auch meine Verdauungsprobleme im Schacht zu halten. Reisen an sich bedeutet ja eh schon immer viel Planung – mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten aber noch viel mehr. Dadurch, dass wir mit dem Van den ganzen Hausrat immer dabei haben, kann ich viel spontaner agieren. Ein grosser Faktor spielt dabei sicherlich auch die Küche: ich muss nicht 2 Wochen lang auswärts essen und mich darauf verlassen, dass ich passende Restaurants finde. Wenn mir danach ist, kann ich weiterhin selber kochen – so als wäre ich Zuhause. Zudem – oder vielleicht auch deshalb – fühle ich mich im Van pudelwohl.



Lebensmittel Grundausstattung


Wie gesagt, ist das Kochen im Van eigentlich ähnlich wie in einer Wohnung bzw. einem Haus. Dementsprechend beinhaltet meine Van Grundausstattung auch dieselben Produkte, die ich Zuhause meistens vorrätig habe.


Also: glutenfreie Pasta, Reis, Quinoa, Polenta und andere glutenfreie Getreide bzw. Pseudo-Getreide. Sowie: Nüsse, Samen, Haferflocken / glutenfreie Cornflakes, u.a. fürs Frühstück.


Folgende lang haltbare Lebensmittel habe ich zudem grundsätzlich immer vorrätig – und die lass ich auch im Van drin, wenn ich mal ein paar Wochen nicht unterwegs bin: gehackte Tomaten, Kichererbsen und Linsen aus der Dose sowie Kokosmilch, Gewürze, Saucen.


Diese Produkte bekommt man heutzutage auch in fast allen grösseren Supermärkten. Was Essen angeht, bin ich jedoch ein totaler Sicherheitsmensch. Ich habe lieber genug dabei – falls ich in einem anderen Land nicht alles bekomme, was ich möchte oder falls wir mal länger irgendwo in der Pampa stehen.


Aus diesem Grund nehme ich auch immer abgepacktes glutenfreies Brot mit, z.B. das Schär Sauerteigbrot oder aha! Bauernbrot von Migros. Beides kann man direkt so essen, ohne aufbacken / toasten – obwohl ich eigentlich einen speziellen Van-Toaster habe. Den stelle ich nachher vor, bei der Küchengeräte Grundausstattung. Ein weiteres tolles Küchengadget, das ich seit kurzem habe, ist ein Camping Backofen. Darin lässt sich auch gut Brot backen. Im Van verwende ich dafür gerne Brotbackmischungen, die sind noch etwas einfacher zubereitet. Oder was ich auch immer dabei habe: glutenfreies Knäckebrot oder Crackers, z.B. das von Roland.


Letzeres eignet sich auch gut für zwischendurch zum Snacken. Wir lieben beide aber auch Chips. Das heisst, mindestens eine Chips-Packung ist sicherlich auch dabei.


Da ich mich ja nicht nur glutenfrei ernähre, sondern auch noch andere Unverträglichkeiten habe, gehören zu meiner Grundausstattung natürlich auch fructosearme Saucen, Marmeladen, Reissirup und low FODMAP Gewürze sowie Bouillon.


Vor allem hier achte ich darauf, immer genug mitzunehmen. Die Produkte bekomme ich nämlich nicht so leicht unterwegs. Der restliche Vorrat ist leichter wieder aufgefüllt. Wie gesagt, gibt es heutzutage in fast allen grösseren Supermärkten zumindest eine glutenfreie Auswahl.


Ansonsten pack ich ein, was immer mein Kühlschrank bei der Abreise noch so hergibt. Meistens ist das: Käse, Joghurt, Milch (ich benutze pflanzliche), Butter/Margarine, Gemüse, etc.

Wir haben auch einen kleinen Gefrierschrank im Van. Darin bewahren wir meistens Eiswürfel auf. Wenn aber noch Platz ist, nehme ich auch gerne ein paar TK-Gemüsesorten wie z.B. Spinat, Stangenbohnen, Broccoli mit.


Pam ist der Kaffee- und Tee-Fanatiker unter uns: darum haben wir auch immer genügend Kaffee und Tee dabei.



Küche Grundausstattung


Wenn du mich schon etwas länger kennst, weisst du bestimmt, dass ich ein kleiner Küchengadgets-Fan bin. Darum habe ich natürlich auch im Van ein paar kleine Helferlein. Neben dem Üblichen: Geschirr, (Koch-) Besteck und Pfannen-Set, haben wir auch einen Camping-Toaster und einen Camping Backofen. Der Vorteil von beidem ist, dass man sie auf dem Gas-Herd im Camper benutzen kann.


Ich persönlich habe keine Zöliakie und muss darum auch nicht auf die Kontamination achten. Abgesehen von Brot, ist bei uns aber eh das Meiste glutenfrei. Das heisst es wäre neben dem Geschirr eigentlich nur der Toaster, der kontaminiert wäre. Dieser ist zum Glück nicht so teuer. Wenn nötig, kann man sich also auch noch einen zweiten Camping-Toaster anschaffen.


So sieht das aus mit glutenfreiem Brot. Eine tolle Erfindung! Tipp: Am besten legt man oben drauf noch eine Scheibe Brot oder einen Deckel, dann geht's schneller und das Ergebnis wird noch knuspriger.


Kochen im Van


Auch wenn wir einige tolle Gadgets haben, ein Geschirrspüler gehört leider nicht zu unserer Küchenausstattung. Was nicht weiter schlimm ist, da der Abwasch im Van echt easy geht. Trotzdem: Wasser und Platz sind begrenzt. Daher ache ich beim Kochen darauf, dass ich möglich wenig Zubehör brauche. Perfekt eignen sind darum sogenannte "One-Pot" bzw. "One-Pan"-Gerichte, bei denen alles in einem Topf bzw. einer Pfanne zubereitet wird. Wie z.B.: Suppen, Curries, Pasta, Risotto oder Rösti.


Zudem gibt's bei uns, vor allem wenn wir unterwegs sind und einfach kurz anhalten, oft Sandwiches oder "Brotzeit" – dafür müssen wir dann nicht mal das Gas anmachen.


Es folgt eine simple "One-Pot" Rezeptidee:


One-Pot Wildreis mit Spinat


160 g Wildreis

2 Stk. TK-Spinat [*]

200 g Tomaten aus der Dose [*]

300 ml Wasser

1 EL Bouillon

2 EL Zitronensaft

2 EL Kokosjoghurt

1 TL Petersilie, getrocknet

1 TL Chili Flocken

Salz + Pfeffer


[*] Bei Verwendung von frischem Spinat ca. 50 ml mehr Wasser zum Reis hinzufügen. 75 g Spinat sowie 100 g Tomaten aus der Dose sind Low FODMAP. Das Rezept entspricht somit

etwa 4 Low FODMAP Portionen. Ich persönlich vertrage die Hälfte des Rezeptes aber gut.

  1. Spinat, Tomaten, Reis, Wasser, Bouillon und Zitronensaft in einen Topf geben. Aufkochen.

  2. Etwa 20 min mit zugedecktem Deckel auf niedriger Stufe köcheln lassen.

  3. Anschliessend Platte ausstellen, Deckel entfernen und nochmal 10 min ziehen lassen.

  4. Reis auf Teller verteilen. Mit Kokosjoghurt, Chili Flocken, Petersilie, Salz und Pfeffer toppen.

  • Das Rezept ist: glutenfrei | laktosefrei | milchfrei | fructosearm | low FODMAP | vegan

  • Reste kann man gut am nächsten Tag in einer Bratpfanne nochmals erhitzen und leicht anbraten.

Sonst gibt's eigentlich gar nicht mehr viel zu sagen. Folge sowohl mir als auch pamxangi auf Instagram, um immer live dabei zu sein, wenn Pam und ich mit unserem Van "Nobody" um die Häuser ziehen.


Und falls du mehr über das Reisen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten lesen und meine Tipps erfahren willst, schau hier: 3 Tipps für eine verträgliche Reise


Schau zudem doch mal auf www.theintolerantwanderer.com/reisen vorbei. Da habe ich schon ein paar Blogposts geschrieben über meine FODMAP-armen und glutenfreien Erfahrungen auf Reisen, u.a in Sizilien, Wien und Budapest.


Teile gerne auch deine Erfahrungen mit mir, schick mir eine Nachricht via Kontaktformular oder schreib mir auf Instagram.


♡ Angi




NICHT GESPONSERT – Dieser Blogpost sowie die Markennenunngen darin sind nicht gesponsert.

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