• Angi

Die Antwort auf all eure Fragen

Vor ein paar Tagen konntet ihr auf meiner Instagram Story alles fragen, was euch rund ums Thema Intoleranzen beschäftigt. Da kam so einiges zusammen... Kein Wunder! Vieles in dem Bereich ist entweder noch unklar oder sehr individuell. Da ich keine Ärztin bin, kann ich eure Fragen meist nur aus persönlicher Sicht beantworten. Meine Ausbildung zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin gibt mir zwar ein gewisses Hintergrundwissen, aber ich freue mich trotzdem, dass mich dieses Mal ein Expertenteam unterstützt. Gemeinsam beantworten wir eure brennendsten Fragen. Die Antworten findet ihr im diesem Beitrag.

 

// WERBUNG – Dieser Blogpost ist in bezahlter Kooperation mit Philips entstanden. Mit freundlicher Unterstützung des aha! Allergiezentrum Schweiz.


Wie gesagt, habe ich meine Community auf Instagram gefragt, was sie zum Thema Intoleranzen wissen möchte. Diese Fragerunde ist aufgrund meiner Kooperation mit Philips entstanden.

Für sie habe ich den neuen PremiumAirfryer XXL getestet. Ein hammer Küchen-Gadget!

Und auch toll für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie mich. Damit lassen sich nämlich vielerlei Lebensmittel gesund und schnell zubereiten.


Meine Erfahrungen mit dem Philips Airfryer sowie ein leckeres Pizzarezept (ja, mit dem Airfryer kann man auch Pizza machen!), findest du hier: Airfryer Pizza Party


Jetzt aber zurück zu euren Fragen.


Diese wurden beantwortet von Brigitte Baru, Ernährungsberaterin BSc BFH SVDE bei aha! Allergiezentrum Schweiz.


Die Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz engagiert sich für über drei Millionen Menschen in der Schweiz, die von einer Allergie oder einer Intoleranz betroffen sind.


Sie bieten Betroffenen, aber auch Betrieben, Ausbildungsstätten, Behörden, Verbänden und

weiteren Kreisen Information, Beratung sowie Schulungen an und führt Präventions- und Informationskampagnen durch.



Ich freue mich sehr, dass sich das Expertenteam von aha! Zeit für uns Zeit genommen hat, folgende Fragen zu beantworten:



 

Auf was alles muss man bei einer Milcheiweissallergie verzichten? 


Menschen mit einer Milcheiweiss- also einer Kuhmilchproteinallergie müssen auf Milch und Milchprodukte und auf alle daraus hergestellten Produkte und Speisen verzichten. Auch andere tierische Milch wie z.B. Ziegen- oder Schafmilch müssen in den meisten Fällen weggelassen werden. Teilweise werden Milchproteine in erhitzter Form vertragen.

Wenn bereits bei Kleinstmengen starke allergische Symptome auftreten, wie z.B. eine Anaphylaxie, also ein allergischer Schock, müssen die Betroffenen auch Verunreinigungen durch Milchproteine möglichst vermeiden. Das heisst: Sie lassen auch alle Produkte weg mit dem Zusatz «Kann Milch enthalten» oder «Kann Spuren von Milch enthalten».

Eine Kuhmilchproteinallergie tritt vor allem im Kindesalter auf und ist eine der wenigen Allergien, die später wieder verschwinden können – aufgrund der Reifung des Immunsystems der Kinder. Ist man davon im Erwachsenenalter betroffen, geht die Allergie leider nicht mehr weg.

Wichtig: Eine Milcheiweissallergie hat nichts mit einer Laktoseintoleranz zu tun.



 

Können sich in jedem Alter Unverträglichkeiten entwickeln?

Ja, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, also eine Intoleranz, kann in jedem Alter auftreten.



 

Kann man durch eine Low FODMAP Diät Unverträglichkeiten hervorrufen?

Wird eine Low FODMAP-Diät langfristig strikt durchgeführt, ohne dass z.B. eine Laktoseintoleranz vorab bestätigt wurde, kann sich das Weglassen der Laktose negativ auf die noch vorhandene Enzymmenge und -aktivität der Laktase auswirken und somit die Toleranz für Laktose reduzieren.


Grundsätzlich ist eine Low FODMAP-Ernährung nur angezeigt, wenn die Diagnose Reizdarmsyndrom gestellt wurde und auch dann ist immer je nach Testergebnissen zu entscheiden, welche Kohlenhydratgruppen der Low FODMAP-Ernährung wirklich in einer Testphase weggelassen werden sollen. Die Low FODMAP-Ernährung wird nur in einer ersten Phase strikt umgesetzt, um zu erkennen, ob sich Beschwerden verringern. In einer zweiten Phase werden FODMAP-haltige Nahrungsmittel schrittweise wieder in die Ernährung eingebaut, um die individuelle Toleranzgrenze herauszufinden.


Mehr zum Thema FODMAPs und wie die Low FOMAP-Diät aufgebaut ist, findest du in meinem Beitrag: FODMAP 1x1

 

Kann sich eine Intoleranz zur Allergie entwickeln?

Oder bleibt es "immer" eine Intoleranz?


Eine Nahrungsmittelintoleranz kann sich nicht zu einer Nahrungsmittelallergie entwickeln. Es ist jedoch möglich, dass sich neben einer Nahrungsmittelintoleranz, unabhängig von dieser, auch eine Nahrungsmittelallergie entwickelt. Weshalb eine Allergie plötzlich auftritt, ist bislang nicht vollständig geklärt.



 

Kann eine Unverträglichkeit auch wieder weggehen?

Z.B. eine Unverträglichkeit auf Äpfel und Zwiebeln, Laktose?


Eine Nahrungsmittelintoleranz bleibt immer bestehen. Durch ihre Erfahrung ist für die Betroffenen meist klar, wie viel von einem Nahrungsmittel gegessen werden kann, um die Beschwerden in Grenzen halten. Ein strikter Verzicht ist meist nicht nötig.

 

Wer bestimmt, wie etwas auf einem Lebensmittel deklariert wird? Wäre es nicht an der Zeit, Zwiebeln und Knoblauch immer als Allergen zu notieren?


Die Schweizerische Lebensmittelgesetzgebung definiert, welche Angaben auf der Verpackung oder im Offenverkauf von Lebensmitteln und Speisen deklariert werden müssen.

Die Deklaration von Zutaten, die Allergien oder andere unerwünschte Reaktionen auslösen können, gehört zu den obligatorischen Angaben. Aktuell sind dies 14 Allergene, auch in ganz Europa: glutenhaltige Getreide, Milch (inkl. Laktose), Eier, Fisch, Krebstiere, Soja, Erdnüsse, Nüsse, Sesam, Sellerie, Senf, Sulfite, Lupine, Weichtiere. Diese Auswahl der 14 deklarationspflichtigen Allergene entspricht der Häufigkeit von schweren Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittelallergene.

Zwiebeln und Knoblauch lösen nur in den seltensten Fällen eine allergische Reaktion aus. Meist treten Beschwerden auf, wenn die darin enthaltenen Kohlenhydrate, die sogenannten Fructane, abgebaut werden. Die bakterielle Vergärung im Dickdarm kann zu Blähungen und Schmerzen führen.


 

Welche Untersuchungen können gemacht werden? Helfen Bluttests?


Besteht der Verdacht auf eine Nahrungsmittelintoleranz, etwa weil sich Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall zeigen, wird der Arzt nebst einer genauen Anamnese in den meisten Fällen Stuhluntersuchungen (auf Parasiten), Bluttests (z.B. Zöliakie-Screening) und Atemtests durchführen, um eine Laktoseintoleranz oder Fructosemalabsorption zu diagnostizieren oder auch, um eine bakterielle Fehlbesiedlung des Darms auszuschliessen. Je nach Situation macht die Überweisung an einen Facharzt, einen Gastroenterologen Sinn.

Besteht der Verdacht einer Nahrungsmittelallergie, da kurz nach Einnahme eines Nahrungsmittels Symptome wie z.B. Erbrechen, Übelkeit, Diarrhoe oder Bläschen oder Juckreiz im Mund auftreten, wird eine Allergologin Hauttests und einen Bluttest (IgE-Antikörper) durchführen.


Nicht geeignet zur Diagnose von Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen sind Bluttests, die IgG- und IgG4-Antikörper nachweisen. Bei Allergien werden nämlich IgE-Antikörper nachgewiesen und Intoleranzen beruhen nicht auf einer immunologischen Sensibilisierung. Somit haben solche Testergebnisse leider keinen klinischen Nutzen, wie die Schweizerische Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI) attestiert.

 

Wie wird eine nicht zöliakische Glutenunverträglichkeit diagnostiziert?


Die Diagnose einer so genannten «non-celiac-gluten-sensitivity» (NCGS) ist weiterhin herausfordernd, da bisher noch kein verlässlicher Labortest oder eine Untersuchung existieren, die eine definitive Diagnose erlauben.

Darum werden in einem ersten Schritt eine Zöliakie und eine Weizenallergie ausgeschlossen. Im Anschluss kann ein Gluten-Belastungstest durchgeführt werden. Bei Symptomen besteht eine Verdachtsdiagnose. Wichtig ist in der Folge, dass diese Betroffenen eng von einer spezialisierten Ernährungsfachperson begleitet werden.

 

Kann es sein, dass man glutenfreie Sachen aufgrund der E-Nummern nicht verträgt?


Die E-Nummern gehören zur Gruppe der Zusatzstoffe und sind alle glutenfrei. Eine Untergruppe der Zusatzstoffe, die Zuckeralkohole wie z.B. Sorbit, Mannit, Xylit, welche als Süssungsmittel oder Feuchthaltemittel eingesetzt werden, können je nach Menge, die verzehrt wird, oder bei einer Fructosemalabsorption, Blähungen auslösen. Auch die Sulfite, die zu den Konservierungsstoffen gehören, können Beschwerden verursachen.

Nebst den E-Nummern könnten aber auch andere Zutaten des glutenfreien Produktes die Ursache von Beschwerden sein. Wir empfehlen, dies mit einer spezialisierten Ernährungsfachperson zu besprechen.

 

Was genau geschieht im Körper, wenn jemand Zöliakie hat und etwas mit Weizen etc. isst?


Bei einer Zöliakie (Glutenintoleranz) schädigt der Verzehr von Gluten, dem Kleberweiweiss in vielen Getreidearten, die Darmschleimhaut. Bei Betroffenen verursachen glutenhaltige Nahrungsmittel eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut, durch welche Darmepithelzellen nachhaltig geschädigt werden. Die Autoimmun-Krankheit führt zum Abbau der Dünndarmzotten und die Oberfläche des Darms wird dadurch kleiner. Das bedeutet: Nährstoffe aus der Nahru