the intolerant wanderer | Low FODMAP in Madrid
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Low FODMAP in Madrid

Sonne! Genau das habe ich gebraucht. Also schaute ich nach Flügen in die Wärme. Swiss hatte ein gutes Angebot und somit hab ich uns kurzerhand einen Flug nach Madrid gebucht. Das war Ende Februar. Und das Wetter war perfekt. Im Sommer kann es durch die Höhenlage recht heiss werden – also vielleicht gar nicht schlecht, im Frühjahr hin zu gehen.

Aber die Spanische Hauptstadt hat noch viel mehr zu bieten als Sonne: die Architektur ist toll – ich mag pompösen Häuser in der Innenstadt und als Kontrast dazu, die Engen Gassen, durch die man ganz entspannt schlendern kann. Ebenso entspannend ist der Retiro-Park als Ruhepool der Stadt. Seine Brunnen und künstlich angelegten Seen lassen unschwer erkennen, dass er seinen Ursprung in den Gärten einer Schlossanlage hatte. Ich fühle mich direkt in eine andere Zeit versetzt. Die Stadt hat einfach einen tollen Flair: so majestätisch gepaart mit südländischer Lebensfreude. Und diese widerspiegelt sich auch in den Menschen und im Essen und Trinken. Ich liebe die Tapas-Kultur. Kleine Häppchen, am besten immer und überall, so gefällt mir das!

Pam, als mein treuer Reisebegleiter, war natürlich mit am Start. Wir sind beides nicht so die Museumsgänger. Deshalb unsere Lieblingsaktivität in Madrid? Ein Plätzchen an der Sonne finden (was gar nicht so einfach war, denn die Wintersonne stand noch relativ tief und die Sonnenplätze waren heiss begehrt), ein Gläschen Wein bestellen und zusammen mit ein paar Oliven oder Chips geniessen.

So ging es eigentlich den ganzen Tag. Und abends… dann einfach ohne Sonne. Herrlich! Dabei haben wir ein überraschend grosses Angebot an glutenfreien Speisen gefunden – und für mich selbstverständlich auch ohne Zwiebeln und Knoblauch. Hier haben wir gegessen:

Frühstück

Fürs Frühstück habe ich mir eigentlich von Zuhause selbstgemachtes Granola eingepackt (mein Rezept dazu findest du hier: Low FODMAP Granola zum Selbermachen). Aber wir haben es uns trotzdem nicht nehmen lassen, ein paar Frühstückslokale auszuchecken:

Maestro Churrero

Was lässt jedes Herz höher schlagen? Glutenfreie Churros mit laktosefreier heisser Schokolade! Und genau das gibt’s bei Maestro Churrero. Tolles Angebot und sehr lecker. Die Schokolade war zwar etwas zu flüssig, aber sonst habe ich nichts auszusetzen. Die Churros waren sehr gut. Das war das erste Mal, dass ich Churros probiert habe. Somit habe ich keine Vergleichsmöglichkeit, aber mir haben sie auf jeden Falls geschmeckt.

Ich muss sagen, die Überraschungsplatte hat mich wirklich überrascht. Und zwar im positiven Sinne. So viele leckere Sachen und alles konnte ich unbedenklich essen.

VIPS

Ein Stückchen Amerika in Madrid – mit seiner Einrichtung erinnert VIPS an einen amerikanischen Diner. Mit dem passenden Essen dazu. Ehrlich gesagt wollte ich auf der Türschwelle eigentlich schon wieder kehrt machen, da ich lokale Küche bevorzuge. Aber da mir das VIPS empfohlen wurde wegen ihrer separaten glutenfreie Frühstückskarte, sind wir geblieben. Ausserdem will ich ja möglichst viele Restaurants ausprobieren, um sie danach zu empfehlen oder – wie in diesem Fall – eher nicht. Ich hatte das einzige vegetarische auf der glutenfreien Karte: Pancakes mit Schokosauce im Tütchen und dazu ein Haufen Rahm (Sahne). Die Pancakes waren sehr trocken, so dass mir fast nichts anderes übrig geblieben ist, als die Tütchen-Sauce und den Rahm dazu zu essen.

Mittagessen

Hier dafür ein Glückstreffer gleich am ersten Tag.

CELICIOSO

Wir wollten uns eigentlich nur kurz die Aussicht ganz oben im Warenhaus El Corte Ingles anschauen, haben uns aber nach Entdeckung der CELICIOSO Bäckerei, kurzerhand für eine Mittagspause entschieden.

Die Auswahl hier ist toll und alles 100% glutenfrei, vieles auch laktosefrei. Von Salaten über Poke Bowls bis hin zu Sandwiches und Süssem, gibt’s hier alles. Ich hatte das vegane Sandwich und bekam es mit geschnittener Avocado anstelle von Guacamole (da diese mit Zwiebeln & Knoblauch war). Dazu habe ich mir noch ein Stückchen vom gluten-, laktose- und sogar zuckerfreien Schokokuchen gegönnt. Beides war gut, aber auch nichts weltbewegendes. Trotzdem würde ich wieder hin, denn es ist es toll, in einer Bäckerei quasi alles bedenkenlos essen zu können.

LOLIAM

Perfekt gelegen für eine kleine Stärkung nach einem Spaziergang durch den Retiro-Park. Auch hier ist alles 100% glutenfrei und wird frisch vor deinen Augen zubereitet. Sogar das Kichererbsen-Quinoa-Patty für unseren Superburger Pisto Red wurde von der Inhaberin persönlich von Hand geformt. Dementsprechend dauert es ein bisschen länger. Aber man kann mit Gewissheit sagen, was drin ist – zumindest keine Zwiebeln und Knoblauch.

Und das warten kann man sich gut mit einer Vorspeise verkürzen, wie z.B. Mini Paos (ähnlich dem Brazilian Cheese Bread)… mmmmh!

Der Burger war geschmacklich auch sehr gut. Das Patty und der Bun waren nur nicht ganz so “fest” und fielen beim Essen auseinander. Sehr knusprig hingegen waren die Kale Chips, die dazu serviert wurden. Zum Dessert gibt es noch eine Variation an Mini-Muffins, die allesamt sehr lecker waren.

Kaffee & Kuchen

Pam ist ja ein kleiner Kaffee-Fanatiker. Darum haben wir natürlich auch die Madrider Kaffeeszene ausgecheckt. Da gibt es wirklich sehr viel Gutes! Und die meisten Orte haben auch laktosefreie oder pflanzliche Milch. Unsere Lieblingsmilch ist die Hafermilch von Oatly – geschmacklich top, aber Achtung, leider nicht glutenfrei. Glutenfreie Kuchen habe ich ausser bei den eben schon erwähnten, aber nicht gesehen.

Für Kaffeeliebhaber, nenne ich hier aber trotzdem mal ein paar coole Coffeeshops, die wir besucht haben:

Abendessen

Schnitzel gehört zu Wien, wie sonst kaum was. Deshalb darf auch das auf einer richtigen Wien Reise natürlich nicht fehlen. Auch wenn ich normalerweise vegetarisch unterwegs bin, konnte ich ein Wienerschnitzel nicht ausschlagen.

Taberna La Concha

Das Beste am Schluss gilt hier nicht. Sondern zu Beginn! Die Taberna La Concha haben wir am ersten Abend besucht. Und es blieb mein Favorit. Das Personal war äusserst freundlich und hat mir sogar in gebrochenem Englisch bestens weitergeholfen. Mit glutenfreiem Spezialmenü und separatem Heft, in dem alle Inhaltsstoffe der einzelnen Tapas aufgeführt waren, konnte ich mir meine Low FODMAP Tapas eigens zusammenstellen.

Dazu ein Glas Rotwein und alles ist Gut! Jedes Häppchen hat extrem lecker geschmeckt und das Lokal an sich wirkte ebenfalls sehr authentisch. Nur der “Keller” a.k.a. Speisesaal im Untergeschoss war etwas lieblos und kalt. Aber lass dich davon nicht abschrecken, das La Concha ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Solo de Croquetas

Käsebällchen? Das muss man mir nicht zweimal sagen! Croquetas de Jamón ist eine traditionelle Speise. Dahinter verbergen sich frittierte Maismehl-Bällchen gefüllt mit einer cremigen Bechamelsauce und Serrano-Schinkenstückchen. Wie es der Name vermuten lässt, gibt es bei Solo de Croquetas nur Kroketten. Aber dafür eine in allen möglichen Variationen. Auch vegetarisch. Und für mich ebenfalls Low FODMAP. Ich bekam eine Auswahl an Croquetas de Queso bekommen (Käse-Kroketten). Sie waren sehr lecker und eignen sich gut für Tapas. Ich würde es das nächste Mal aber eher als Vorspeise oder für Zwischendurch einplanen, als als reines Abendessen.

El Arrozal

Wenn man schon mal in Spanien ist, darf eine Paella natürlich nicht fehlen. Das traditionelles Reisgericht ist grundsätzlich von Natur aus glutenfrei, aber hier kommt vor allem auch auf die Zubereitung an, Gluten kann sich ja an vielen Orten verstecken. Das El Arrozal ist spezialisiert auf Paella und hier sind alle Reisgerichte 100% glutenfrei. Zudem wird auf Wunsch glutenfreies Brot dazu gereicht, was ich toll fand. Laktosefrei ist ebenfalls möglich. Und ich bekam sogar problemlos eine vegetarische Paella ohne Zwiebeln und Knoblauch. Ich war happy und mein Magen auch.

Cava de San Miguel

Am letzten Abend haben wir uns einmal quer durch die Cava de San Miguel gegessen. Obwohl die Strasse neben dem Mercado San Miguel eher touristisch ist, haben wir den Abend hier sehr genossen. Wir sind von Lokal zu Lokal, haben draussen gesessen, Wein getrunken und Tapas gegessen. Achtung, viele Tapas sind mit Knoblauch. Und jedes Lokal hat wieder ein anderes Rezept. Deshalb empfehle ich, beim Bestellen zur Sicherheit zu fragen, wie die Speisen zubereitet werden. Aber hier ein paar Tapas, die bei einer Low FODMAP eigentlich problemlos gegessen werden können:

  • Oliven
  • Anchovies
  • Pimentos (nur wenige)
  • Manchego Käse
  • Ibero Schinken
  • Tortilla de pata (Kartoffel-Omelette)

Wir waren zudem im Naif Madrid – ein glutenfreies Angebot gab es hier nicht, aber wir haben uns Nachos mit Käse überbacken bestellt. Die Guacamole war mit Knoblauch und somit nur für Pam. Also eigentlich nicht sehr Intoleranzen-freundliche, aber ich wollte das Lokal trotzdem erwähnen, weil die Aussenterrasse toll ist für einen Drink. Und mit ganz viel Sonne, auch im Februar.

Und es gäbe bestimmt noch viele andere tolle Plätze. Zumindest wenn man meiner Recherche traut. Aber man kann schliesslich nicht alles machen in 4 Tagen. Das bedeutet wohl einfach, wir müssen Madrid irgendwann nochmal einen Besuch abstatten, denn hierhin haben wir es leider nicht geschafft:

Einkaufen

Bei Mi Alcampo, Mercadona, Carrefour gibt es recht viele glutenfreie Produkte – sogar glutenfreie Pizza! Und auch Laktosefreies findet man en masse.

Bars

Das Viva Madrid fand ich ziemlich cool. Es ist eine historische Bar, die tolle Cocktails serviert. Das scheint mir zu gefallen, dann in meinem Wien-Blogpost schreibe ich genau auch über so eine Bar:  

Übernachten

Wir hatten ein Airbnb direkt beim sogenannten Dschungel-Bahnhof Atocha. Der heisst im Volksmund so weil er wirklich einen kleinen tropischen Garten beherbergt. Die Lage ist wirklich gut, zum Plaza del Sol läuft man etwa 20 Minuten und der Retiro-Park ist gleich um’s Eck. Falls du den Link möchtest, schreib mir gerne.

Falls du noch nicht bei Airbnb bist, melde dich hier (*) an und du bekommst 40 CHF geschenkt (auf Übernachtungen im Wert von mindestens 75 CHF).

So, das war’s von unserem ersten Besuch in Madrid. Aber wie bereits gesagt, gäbe es in der spanischen Hauptstadt noch einiges mehr zu entdecken. Dieser Beitrag wird bei der nächsten Reise also einfach aktualisiert.

Bis dahin, hier noch ein paar Impressionen:

Ich möchte ausserdem erwähnen, dass das alles meiner eigenen Meinung und einmaligen Erfahrung entspricht. Ich kann demnach keine Garantie für die Restaurants / Gerichte geben, oder dass deine Erfahrungen gleich sein werden.

Trotzdem wünsche ich dir eine gute Zeit in Madrid. Es wird bestimmt toll! Ich freue mich von deinen Erlebnissen zu hören – direkt hier unten in den Kommentaren oder du kannst mir auch jederzeit eine Nachricht über das Kontaktformular schicken.

Übrigens: In meinem Beitrag “Low FODMAP für unterwegs” findest du weitere Informationen, wie du dich auf Reisen FODMAP-arm ernähren kannst.

♡ Angi

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